Neue Bürokonzepte fördern die Unternehmenskultur

By 3. Februar 2021 Publikationen

Neue Bürokonzepte fördern die Unternehmenskultur

Disruptiv, katalysatorisch, revolutionär. So werden derzeit viele Entwicklungen am Büroimmobilienmarkt beschrieben. Und in der Tat: Büro und Gewerbe stehen vor großen Herausforderungen. Die Covid-19-Pandemie hat schon heute gezeigt, welche tradierten Konzepte der Arbeitswelt nicht mehr zeitgemäß sind. Die Folge: Entwicklungen, die vielen augenscheinlich waren, aber deren Umsetzung bisher an den Gewohnheiten des Alltags scheiterten bzw. dadurch verlangsamt wurden, breiten sich, sobald der Alltag wegfällt, plötzlich ungehindert und deutlich schneller aus. Die Covid-19-Pandemie hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt – folglich auch die lange diskutierten, jetzt einsetzenden Umwälzungen.

Doch heißt das, dass in Zukunft keine oder weniger Büroflächen gebraucht werden? Das wäre ein fataler Schluss, nicht nur für Finanzierer und Projektentwickler, sondern auch für Investoren und Nutzer. Selbstverständlich sind die Neuvermietungszahlen in den deutschen Metropolen im Jahr 2020 zurückgegangen, und auch für das Jahr 2021 ist noch nicht mit einer Erholung zu rechnen. Der Markt muss sich neu sortieren und konsolidieren, Investoren und Unternehmen, die als Käufer bzw. Mieter in Betracht kommen, müssen ihre Strategien überprüfen, Finanzierer warten auf erste positive Tendenzen. Vor allem aber sind jetzt Projektentwickler gefragt. Sie können derzeit kluge Bürokonzepte schaffen, die der Nachfrage der kommenden Jahre entsprechen werden.

Büros werden immer mehr zu Versammlungsorten. Größere Coworking-Anbieter, die schon vor Covid-19 frische Impulse gesetzt haben, legen ihre Planungen so an, dass mehr als die Hälfte ihrer Flächen für die gemeinschaftliche Nutzung zur Verfügung stehen. Foren, Lounges, Meeting-Places, Sitzecken und Bewegungsflächen prägen moderne Büroentwicklungen. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren nochmals verstärken.

Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die Nutzer – also die Unternehmen, die Büroflächen anmieten. Das Büro ist für das Unternehmen das Herz der eigenen Unternehmenskultur. Im Stillen arbeiten – das kann man mittlerweile dank des digitalen Fortschritts von fast überall. An der gemeinsamen Arbeits- und Unternehmenskultur kann man indes nur partizipieren, wenn man regelmäßig vor Ort ist und sich mit den Kolleginnen und Kollegen austauscht. Dieser Austausch lässt sich durch Videokonferenzen nicht ersetzen.

Das bringt eine radikale Veränderung der Ansprüche an Büroflächen mit sich. Wer heute Büros um einen langen, trostlosen Gang mit einzelnen Zellen nach rechts und links plant, wird nur schwer einen Abnehmer finden. Denn Unternehmen werden in Zukunft doppelt prüfen, ob die angebotenen Büroflächen den Ansprüchen und Bedürfnissen der eigenen Mitarbeiter genügen. Um an einem Computer zu sitzen, muss man heute nicht mehr ins Büro fahren. Die Devise für Projektentwickler lautet daher umso klarer: Ein gutes Büro ist kein reiner Arbeitsplatz, sondern aktiver Bestandteil der Unternehmenskultur.