Kein Ende des Aufschwungs in Sicht – Immobilienmärkte bleiben Investors Liebling

By 19. Februar 2020 Publikationen
aufschwung Immobilienmarkt

Zehn Jahre Aufschwung liegen hinter Deutschland – und viele fragen sich bereits, wann dieser Konjunkturzyklus zu Ende geht. Trotz des gemäß Statistischem Bundesamt eher schwachen Wirtschaftswachstums von 0,6 Prozent 2019 blicken viele Experten positiv in die Zukunft. Die Prognosen für 2020 reichen dabei von eher vorsichtigen Einschätzungen von 0,5 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsproduktes durch den Bundesverband der Deutschen Industrie, über moderate Prognosen von 0,9 Prozent vonseiten des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln, bis hin zu optimistischen Erwartungen von 1,4 Prozent durch das Hamburgische Welt WirtschaftsInstitut. Anlass zur Zuversicht geben die zumindest partiell beigelegten Handelsstreitigkeiten zwischen den Wirtschaftsmächten China und den USA und die starke Binnennachfrage, die sich auf die positive Entwicklung der Kaufkraft in den vergangenen Jahren stützt.

Für die Immobilienmärkte bedeutet dies weiterhin positive Aussichten. Der prognostizierte Bevölkerungszuwachs, getragen vor allem vom Zuzug aus dem Ausland, und der Megatrend Urbanisierung führen zu einem anhaltenden Zustrom sowohl in die Metropolen aber auch in kleinere Schwarmstädte, die eine überregionale Versorgungsfunktion einnehmen. Die Bautätigkeit in Deutschland hat in den zurückliegenden Jahren zwar deutlich an Fahrt aufgenommen. Jedoch führen Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft und langwierige Planungsverfahren insbesondere in den Großstädten dazu, dass das Wohnungsangebot in nicht ausreichendem Maße ausgeweitet wird. Der Nachfrageüberhang bleibt somit mittelfristig weiter bestehen. Es scheint indes in den Top 7-Städten ein Preisniveau erreicht worden zu sein, dass keine großen Preissprünge mehr zulässt. Laut vdp-Index sinkt die Dynamik der Preissteigerung für selbstgenutztes Wohneigentum seit dem höchsten Wachstumswert von 12,3 Prozent im vierten Quartal 2017 ab auf nunmehr 3,6 Prozent im vierten Quartal 2019. Damit unterschreitet die Dynamik der Top 7 mittlerweile die gesamtdeutsche Entwicklung. Die gleiche Tendenz zeichnet sich bei den Mietpreisen ab. B- und C-Städte performen mittlerweile also stärker als die A-städte und werden damit ebenfalls zu vielversprechenden Investitionszielen.

Der starke Bevölkerungszuwachs, die zunehmende Tertiärisierung der Wirtschaft sowie veränderte Arbeitsgewohnheiten und Anforderungen an den eigenen Arbeitsplatz vonseiten der Angestellten bewirken parallel dazu eine anhaltend hohe Nachfrage auf dem Büromärkten der Großstädte. Davon zeugen der hohe Flächenumsatz im abgelaufenen Jahr 2019, die gestiegenen Durchschnitts- und Spitzenmieten und das Absinken der Leerstandsquote. Vielerorts zieht es preissensible Büromieter bereits in periphere Lagen. Sie folgen damit quasi dem Suburbanisierungstrend, der auf dem Wohnungsmarkt schon seit vielen Jahren vorherrscht. Dort sind die Leerstandsquoten zwar etwas höher als in den zentralen Lagen, jedoch entsprechen die zur Verfügung stehenden Büroflächen häufig nicht den aktuellen Ansprüchen an Technik und Modernität. Auch hier ergeben sich lukrative Investitionschancen für Projektentwickler.