Investitionsstandort Hannover – Attraktive Aussichten im Schatten der Big7

By 20. Januar 2020 Januar 27th, 2020 Publikationen

Viel wird über die Big7 in Deutschland gesprochen oder geschrieben, wenn es um Investitionen am Immobilienmarkt geht. Dabei bieten auch Städte fernab der deutschen Metropolen attraktive Aussichten auf ein lohnendes Investment. Doch viele fliegen unter dem Radar. Hannover ist so ein Beispiel. Mit rund 535.000 Einwohnern ist die niedersächsische Kapitale die dreizehntgrößte Stadt Deutschlands und gewinnt Jahr für Jahr weitere Einwohner hinzu – rund 25.000 sind es seit 2011. Laut Prognose der Region Hannover soll die Bevölkerung bis 2030 um weitere rund 10.000 Personen ansteigen. Vor allem die vielversprechende wirtschaftliche Entwicklung zieht viele Menschen vor allem aus der Region in die Stadt. Die Arbeitslosenquote hat sich in den vergangenen drei Jahren um 0,8 Prozentpunkte verringert, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich seit 2008 um gut 50.000. Die Wirtschaft Hannovers ist stark vom Dienstleistungssektor geprägt, in dem rund 80 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Dadurch blieb Hannovers Wirtschaft bisher von den Folgen internationaler Handelskonflikte weitestgehend verschont und zeigt sich robust. Zudem wartet Hannover mit seiner Vielzahl an akademischen Einrichtungen und den rund 48.000 Studentinnen und Studenten mit einer lebendigen Wissenschaftslandschaft auf. Ein weiterer wesentlicher Standortvorteil ist die schnelle Erreichbarkeit sowohl in Deutschland als auch in Europa – via Autobahn, Schiene, Luftverkehr oder Binnenschifffahrt besteht eine sehr gute Anbindung zu nationalen und internationalen Wirtschaftsräumen.

Büromarkt

Der große Zuwachs an Arbeitsplätzen hat seine Implikationen für den Büromarkt: Die Nachfrage nach modernen Büroflächen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen und der Leerstand verringerte sich laut JLL Office Market Profil deutlich auf ein Rekordtief von 2,9 Prozent im ersten Halbjahr 2019. Zwar habe auch die Dynamik beim Büroneubau angezogen, doch seien gut 30 Prozent der im Bau befindlichen Flächen vorvermietet und 50 Prozent würden von Selbstnutzern belegt. Damit bleibt nicht viel Fläche für kurzfristige Anmietungen übrig. In der Folge kann mit einem weiteren Abbau des Leerstandes und einer anhaltenden Mietsteigerungsdynamik gerechnet werden. Aufgrund des Angebotsmangels gleichen sich die Neubaumieten für Büroflächen in dezentralen Lagen mittlerweile denen der Innenstadt an. Die Spitzenmiete von 17,00 Euro je Quadratmeter wird aber nach wie vor im Stadtzentrum erreicht, die Spitzenrendite liegt bei 3,5 Prozent.

Wohnungsmarkt

Der starke Zuzug der vergangenen Jahre beflügelt den Wohnungsmarkt. Allenthalben werden große Wohnprojekte realisiert, denn ebenfalls in diesem Segment erreicht die Leerstandsquote laut Wüest Partner Deutschland mit 1,8 Prozent ein Rekordtief. Da der Neubau in den vergangenen Jahren deutlich hinter dem Angebot zurückgeblieben ist, hat sich ein Nachfrageüberhang aufgebaut, der zu starken Preisanstiegen geführt hat. Die Medianmiete erhöhte sich zwischen 2009 und 2019 um 61 Prozent. Das Mietniveau liegt bei 9,55 Euro je Quadratmeter über alle Baualtersklassen und bei 12,06 Euro je Quadratmeter für Neubauwohnungen. Noch dynamischer als die Mieten haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen entwickelt. Um 140 Prozent sind diese im selben Zeitraum angestiegen. Damit kostet eine Wohnung im Mittel rund 2.750 Euro je Quadratmeter, für Neubau zahlt man rund 4.450 Euro je Quadratmeter.