Homeoffice ist kein Office-Ersatz

By 13. Oktober 2020 Oktober 19th, 2020 Publikationen

Zunehmend viele Umfragen belegen, dass sich die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland nicht ausschließlich Büroarbeit oder ausschließlich Homeoffice wünscht, sondern ein hybrides Angebot, das beides abdeckt: die ortsunabhängige Arbeit – meist von zu Hause – ebenso wie die Präsenzarbeit in der Firma. Individuelle Arbeitsflexibilität dank mehr Digitalisierung ist der Leitgedanke dieser Entwicklung. Und in der Tat: Laut dem Covid-19 Digital Engagement Report von Twilio hat sich die digitale Transformation der Unternehmen in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 um mindestens sieben Jahre beschleunigt – ebenso stark wie in Japan und Singapur.

Über Monate hinweg mussten Angestellte aufgrund der Pandemie von daheim arbeiten – weil sie bis auf wenige Ausnahmen keine andere Wahl hatten. Und die aktuellen Entwicklungen im Herbst 2020 deuten an, dass zumindest in manchen Teilen Deutschlands erneut Einschränkungen des öffentlichen Lebens anstehen. Vater und Mutter an ihren Laptops am Küchentisch, die Kinder zwischendrin und untendrunter – dieses Bild haben viele im Kopf, wenn sie an die Homeoffice-Erfahrung der vergangenen Monate denken.

Gerade deswegen wird aber Unternehmen wie Mitarbeitern klar: Das Homeoffice ist kein Ersatz für das Büro – hierbei geht es eher um eine Ergänzung und Erweiterung des beruflichen Betätigungsfeldes. Denn Mitarbeiter haben in diesem Jahr aus eigener Praxiserfahrung festgestellt, dass neben Kreativität und Qualität auch der quantitative Output und der Austausch mit den Kollegen vor Ort relevant sind. Letzteres aber ist im Homeoffice nicht möglich. Egal ob mit Kindern oder ohne.

Sicherlich darf die derzeit angespannte Situation auf dem Büroimmobilienmarkt vor diesem Hintergrund nicht ausgeblendet werden. Viele Miet- und Wachstumsentscheidungen am Büromarkt sind erst einmal verschoben. Nach dem überlangen Büromarktzyklus ist eine Verschnaufpause aber auch nicht schädlich, im Gegenteil. Das ist vor allem für Projekte von Vorteil, die jetzt in die Planung und Vorbereitung gehen. Denn die kurzfristige Beruhigung des Markts entspannt die Nachfrage und zeigt dadurch auf, welche Merkmale für zukunftsfähige Büroimmobilienentwicklungen tatsächlich relevant sind – samt der Integration von Homeoffice und Präsenzarbeit.