Eröffnung des BER lässt Berliner Speckgürtel boomen

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Es steht nun endgültig fest: Der Hauptstadtflughafen Willy Brandt nimmt im Oktober dieses Jahres den Flugbetrieb auf, womit die nunmehr acht Jahre währende Verzögerung der Eröffnung beendet wird. Nicht einmal die Einschränkungen des Testbetriebs durch das Coronavirus vermögen den Starttermin zu gefährden. Damit wird der BER zum drittgrößten Flughafen Deutschlands. Nicht nur Weltenbummler und Geschäftsreisende wird diese Nachricht freuen. Denn von Flughafenerweiterungen gehen sowohl ökonomische als auch immobilienwirtschaftliche Impulse für die angrenzenden Gemeinden aus, wie die Studie „Wohnen im BER-Umfeld“ von bulwiengesa an den Beispielen Frankfurt/Main, München und Düsseldorf zeigt. In München sinkt beispielsweise mit steigender Entfernung vom Flughafen das Preisniveau, sowohl im Segment Wohnen als auch bei Büroimmobilien.

In der Flughafenregion rund um den BER werden nach Schätzung der Studie bis 2035 zwischen 55.000 und 65.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Raum für so viele neue Beschäftigte wäre vorhanden. In den drei direkt am Flughafen geplanten Quartieren „Airport City“, „Midfield“ und „Airgate“ sollen auf 400.000 Quadratmeter projektierte Bruttogeschossfläche Büros, Kongress-Zentren, Gastronomie und Hotels entstehen. Die hohen Erwartungen an die Eröffnung des neuen Flughafens haben die Bodenpreise enorm ansteigen lassen. In Brandenburg verdreifachte sich laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Bodenrichtwert für gewerblich genutzte Grundstücke seit 2009 nahezu. In der Gemeinde Schönefeld, Standort des Flughafens BER, liegt der Bodenrichtwert für Gewerbebauland in der Spitze bereits bei 1.200 Euro je Quadratmeter.

Der prognostizierte Wirtschaftsboom wird zu noch mehr Zuzug in den Speckgürtel führen als bisher – insbesondere im Südosten. Der Wanderungssaldo des Umlands mit Berlin ist bereits seit über 25 Jahren positiv, zuletzt mit steigender Tendenz. Denn für viele Familien ist der Traum vom Eigenheim aufgrund des hohen Preisniveaus in Berlin nur im Umland realisierbar. Ein Arbeitsplatz am Stadtrand dürfte für viele stressgeplagte Pendler ein weiteres Argument für einen Umzug an den Stadtrand oder darüber hinaus sein. So hat sich auch das Interesse von Investoren an Wohnprojekten im direkten BER-Umfeld in den vergangenen Jahren deutlich erhöht – rund 25.000 Wohneinheiten sind in der Planung oder befinden sich bereits in der Bauphase.

Der Flughafen BER ist nicht das einzige wirtschaftliche Zugpferd im Berliner Speckgürtels. Zusammen mit der geplanten Tesla Gigafactory, dem Forschungs- und Technologiestandort Adlershof und dem Logistik-Hub bei Ludwigsfelde verspricht der gesamte Südosten Berlins sich zu einer wirtschaftlich prosperierenden Region zu entwickeln und die Herausbildung teurer Vororte á la Dachau in München oder Blankenese in Hamburg ist 30 Jahre nach dem Mauerfall nun auch rund um die Bundeshauptstadt in vollem Gange.