Das sind die größten Probleme bei der Nachverdichtung

By 27. August 2019 Publikationen
Nachverdichtung

Jeder kennt sie: Die Tankstelle, die einsam und allein in der Innenstadt steht. Während früher kaum jemand ein solches Bild als problematisch angesehen hätte, ist es in Zeiten des Wohnraummangels immer schwerer vermittelbar, so viel kostbaren Raum einer einzelnen Tankstelle zuzugestehen.

Eine mögliche Lösung ist die Nachverdichtung. Darunter versteht man das Nutzen vor allem innerstädtisch freistehender Flächen sowie die Erhöhung von bereits vorhandenen Immobilien. Typische Beispiele sind der Aus- und Aufbau von Dachgeschossen. Aber auch Baulücken können geschlossen werden oder Hinterland erschlossen. Laut einer Studie des Pestel-Instituts könnten allein in Deutschland auf diese Weise 2,7 Millionen Wohnungen zusätzlich geschaffen werden.

Im genannten Beispiel könnte man die Tankstelle überbauen und dadurch Wohnraum schaffen. Auch flache Gewerbebauten bieten sich für eine Nachverdichtung an.

Änderung des B-Plans kann Jahre dauern

Doch leider gibt es noch einige Hindernisse, mittels Nachverdichtung den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. So sind die Genehmigungsverfahren für solche Projekte oft noch langwierig. Eine Änderung des Bebauungsplans etwa kann in Berlin drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Dass es in vielen deutschen Städten keine Bauverpflichtung gibt, die eine schnellere Umsetzung der Projekte begünstigen würde, ist ebenfalls eine Herausforderung.

Nur gemeinsam können Projekte gestemmt werden

Denn auch die Nachverdichtung selbst kommt nicht ohne Komplikationen aus. So logisch wie diese Bauweise ist, so hoch sind auch die Kosten der Nachverdichtung. Bis auf den klassischen Dachgeschossausbau ist die Innenraumverdichtung die teuerste Art zu bauen, weil die Immobilien oft schwer zu erreichen sind. Auch das Umsetzen der Brandschutzvorgaben ist nicht immer leicht. Dadurch summieren sich die Kosten alles in allem auf rund 4.000 Euro je Quadratmeter – weit über dem Preis klassischer Bauvorhaben.

Um Wohnraum zu schaffen, sollten Behörden und Projektentwickler daher eng zusammenarbeiten, um die Probleme möglichst schnell auszuräumen. Eine Möglichkeit wäre etwa die Teilsubventionierung von Nachverdichtungsprojekten. So könnte die Bauart auch der Privatwirtschaft schmackhaft gemacht werden.