Büromarkt Berlin: periphere Lagen für Unternehmen immer interessanter

By 25. Oktober 2019 Publikationen

Berlins Wirtschaft trotzt den Rezessionsängsten und weist laut Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder“ für das erste Halbjahr 2019 ein preisbereinigtes Wachstum von 1,9 Prozent auf – der Bundesdurchschnitt liegt bei 0,4 Prozent. Damit zeigt sich die konjunkturelle Entwicklung der Hauptstadt robust und liegt bereits im fünften Jahr über dem gesamtdeutschen Trend.

Dienstleistungssektor als wirtschaftliches Zugpferd

Ein Grund für die unterschiedlichen Entwicklungspfade von Hauptstadt und BRD liegt in der Wirtschaftsstruktur. Während 30,5 Prozent der Bruttowertschöpfung in der Bundesrepublik auf das produzierende Gewerbe entfällt, ist der Anteil in Berlin mit 15 Prozent gerade einmal halb so groß. Der dominante Dienstleistungssektor ist es also, der Berlins Wirtschaft so stark macht. Besonders wirtschaftliche Unwägbarkeiten und Störfaktoren wie Brexit, Handelskonflikte zwischen den USA und China und zwischen den USA und der EU sowie geopolitische Spannungen, wie an der Straße von Hormus, haben sich dämpfend auf den Außenhandel ausgewirkt, auch in Berlin. Doch trägt der starke, private Konsum, die hohe Zahl an Touristen und die Investitionen sowohl von privater als auch öffentlicher Hand ebenso zum Wirtschaftsaufschwung der Metropole an der Spree bei, wie die boomende Technologie- und Start-up-Szene.

Moderne Büroflächen knapp, Bauaktivitäten ziehen an

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre hat sich deutlich auf den Immobilienmarkt niedergeschlagen. Nicht nur auf dem Wohnungsmarkt beschreiben knappes Angebot und dynamische Preissteigerungen den Status quo. Auch der Büromarkt ist von Flächenmangel und Preisauftrieb gekennzeichnet. Angesichts des Anstiegs der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Berlin um knapp 250.000 zwischen 2013 und 2018 verwundert es kaum, dass die Leerstandsquote laut BNP Paribas im ersten Halbjahr 2019 bei 1,7 Prozent angelangt ist. Die Durchschnittsmiete beträgt 24,40 Euro je Quadratmeter und erhöhte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 21 Prozent. „Da die Baubranche reagiert und ihre Neubauaktivitäten erhöht hat, stellt sich die Flächenverfügbarkeit mittlerweile etwas besser dar“, sagt Patrick Herzog-Smethurst, Geschäftsführer der DKW GRUPPE. „Dennoch müssen Unternehmen bis zur Bezugsfertigkeit eines Büroneubaus viel Geduld an den Tag legen und das rückt periphere Standorte am Stadtrand oder im Speckgürtel als Alternative für viele in den Fokus.“

Periphere Standorte als attraktive Alternative

Hier ist die Flächenverfügbarkeit noch etwas besser und die Mieten sind deutlich geringer. Und da jährlich weit mehr als 30.000 Menschen von Berlin nach Brandenburg ziehen, ist auch die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Denn nicht jeder möchte täglich in die Hauptstadt pendeln und viele suchen nach Arbeitsstellen, die näher am eigenen Wohnort gelegen sind. „Trotzdem ist eine gute Anbindung für viele Unternehmen die Grundvoraussetzung für den Gang an den Stadtrand“, so Herzog-Smethurst. „Bürostandorte wie Buch, Dreilinden und Adlershof zeigen eine gute Anbindung sowohl ans Straßen- als auch ans Schienennetz. Zugleich verdeutlicht die aktuell rege Bauaktivität ihre Attraktivität für Nutzer und Investoren.“