Brandenburgs Immobilienmarkt knackt 7 Mrd.-EUR-Marke

By 14. September 2020 Publikationen

Knapp 35.000 kehrten 2019 der Bundeshauptstadt den Rücken und siedelten ins Nachbarbundesland um – davon rund 25.000 ins direkt angrenzende Umland. Die steigende Beliebtheit hinterlässt ihre Spuren am Immobilienmarkt. Erstmals seit 1996 übertrifft der Geldumsatz aus dem Verkauf von Grundstücken, Häusern und Wohnungen wieder die Marke von 7 Mrd. EUR.

Aufgrund des starken Zuzugs verwundert es nicht, dass ein Großteil des Umsatzes auf den Verkauf von Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften sowie Reihenhäusern (30,6%), unbebauten Grundstücken für den individuellen Wohnungsbau oder den Bau von Mehrfamilienhäusern (13,7%) und Eigentumswohnungen (13,0%) entfällt. Die anhaltende Beliebtheit des brandenburgischen Wohnungsmarkts lässt aber nicht nur die Umsätze, sondern auch die Preise steigen.

Der erzielte Preis beim Verkauf von Neubau-Eigentumswohnungen erhöhte sich 2019 um 11,9 Prozent auf durchschnittlich 3.712 €/m². Potsdam zieht den brandenburgischen Durchschnitt mit 5.158 €/m² (+18,6% zum Vorjahr) hierbei deutlich nach oben und nähert sich langsam dem Berliner Preisniveau von 6.091 €/m² an. Neubauwohnungen in Brandenburg sind demzufolge rund 60 Prozent günstiger als in Berlin – vor der Aussicht auf mehr Ruhe, mehr Grün, mehr Sicherheit und in Zeiten von Corona auch mehr Abstand wohl das Hauptentscheidungskriterium für den Erwerb von Wohneigentum in der Mark.

Die starke Wohnraumnachfrage lässt ebenso die Preise für Wohnbauland in die Höhe schnellen, besonders im beliebten Speckgürtel, dem sog. Berliner Umland. Kostete baureifes Wohnbauland dort 2010 noch 87 €/m², so verdreifachte sich der erzielte Durchschnittspreis binnen neun Jahren nahezu auf 243 €/m². Die positive Entwicklung greift allmählich ebenfalls auf die übrigen Gebiete Brandenburgs, offiziell als weiterer Metropolenraum bezeichnet, über.
Seit 2015 weisen auch die Grundstücke in etwas peripherer gelegenen Regionen deutliche Preissteigerungen auf. Zwischen 2010 und 2015 stieg der erzielte Preis für baureifes Wohnbauland um knapp 15 Prozent von 34 €/m² auf 39 €/m² und machte dann bis 2019 einen großen Sprung um 56 Prozent auf 61 €/m².

Ein Ende des positiven Trends ist derzeit nicht in Sicht. Mit der Eröffnung des Berliner Hauptstadtflughafens BER, der Ansiedlung von Tesla in Grünheide und dem Bau einer BASF-Batteriefabrik in Schwarzheide entstehen in Brandenburg immer mehr Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Branchen. Für Brandenburg liegt darin die Chance, neben Berlin an eigener Strahlkraft zu gewinnen und sich bundesweit als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort zu etablieren.