Betongold erweist sich mal wieder als krisensicheres Investment

By 23. Juli 2020 Publikationen
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Viel wurde gemutmaßt, wie die Immobilienbranche durch die Corona-Krise kommen würde. Das Spektrum der Prognosen reichte von Immobilienwertsteigerungen bis hin zu Verlusten von bis zu einem Drittel. Mittlerweile scheint das Virus in Deutschland gut unter Kontrolle zu sein, Lockerungsmaßnahmen ebnen den Weg zurück in die Normalität und aktuelle Kennzahlen unterstützen die Sichtweise der optimistischen Vorhersagen.

So geht aus dem jährlich erscheinenden Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz von EY hervor, dass Versicherer weiter auf Immobilieninvestments setzen. Mitte 2019 war die Immobilienquote der befragten Versicherer mit 10,3 Prozent erstmals zweistellig und legte mit einem Plus von 0,5 Prozentpunkten nochmal ordentlich zu. 2009 lag die Quote noch bei 6,0 Prozent. Das Niedrigzinsumfeld und die Anforderung, regelmäßige Zinserträge oberhalb des Risikolosen Zinsen zu erwirtschaften, sorgen bei Versicherungsgesellschaften offensichtlich für ein wachsendes Interesse an Immobilieninvestitionen. 70 Prozent der befragten Versicherer gaben an, dass für die Investitionen in Immobilien aufgrund des herrschenden Anlagenotstands alternativlos seien. Dabei hat sich der Fokus auf die verschiedenen Assetklassen deutlich verändert: Besonders Logistikimmobilien stehen hoch im Kurs. Gaben 2019 noch 73 Prozent hierin investieren zu wollen, stieg der Wert 2020 auf 84 Prozent, womit Logistik Wohnimmobilien (75%) vom ersten Platz verdrängen.

Nicht nur aufseiten institutioneller Anleger bleibt die Nachfrage nach Immobilien hoch. Wie eine Auswertung der Immobilienplattform immowelt zeigt, erhielten Anbieter von Kaufobjekten, wie Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern im Mai 47 Prozent mehr E-Mail-Anfragen als im Vorjahresmonat. Bei Mietobjekten waren es immerhin 37 Prozent mehr. Dass es sich bei dem höheren Interesse nicht um die Folgen eines Corona-Lagerkollers handelt, wird durch die ebenfalls steigende Zahl an Baufinanzierungsanfragen verdeutlich, die auf immowelt ein neues Rekordniveau erreicht hat. Das Neugeschäftsvolumina der Banken für Wohnungsbaukredite an private Haushalte zeigt sich indes ebenfalls unbeeindruckt von der Corona-Krise. Wie die Statistik der Deutschen Bundesbank zeigt, lag das Kreditvolumen im laufenden Jahr lediglich im Mai unter dem Vorjahreswert – um gerade einmal ein Prozent.

Da sowohl von privater als auch von institutioneller Seite eine anhaltend hohe Nachfrage insbesondere nach Wohnimmobilien besteht, verwundert es nicht, dass sowohl Kauf- als auch Mietpreise weiter steigen. Laut einer Auswertung von immowelt erhöhten sich 2020 in drei Viertel der 81 deutschen Großstädte die Angebotsmieten für Wohnungen – trotz Corona. Lediglich in Universitätsstädten kann ein Rückgang verzeichnet werden. Auch bei Wohneigentum zeigt die Preiskurve nach wie vor nach oben. Gemäß einer Auswertung von ImmoScout24 beträgt das Preiswachstum bei Eigentumswohnungen seit Jahresbeginn 6,2 Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 4,0 Prozent. Ein Preiseinbruch aufgrund von Corona? Nicht in Sicht!