Kommt es in Berlin wirklich zu einem Einfrieren der Mieten, schreckt das auch ausländische Investoren ab

By 5. Juli 2019 Juli 17th, 2019 Presse
Mietendeckel

Berlin ist ein äußerst beliebter Investmentstandort. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Großstädten in Deutschland zieht gerade die Bundeshauptstadt als internationale Metropole auch internationale Käufer im Wohnungsmarkt an. Das könnte sich schon sehr bald ändern. Aktuelle Pläne des Berliner Senats sehen mit dem „Mietpreisdeckel“ de facto ein Mieterhöhungsverbot vor. Das Thema macht sogar weltweit Schlagzeilen und könnte ausländische Investoren nachhaltig abschrecken.

Was es mit dem Mietendeckel auf sich hat

Jede Landesregierung in Deutschland wirbt gerne für sich selbst. Besonders gut gelingt so etwas, wenn eine politische Initiative den Unmut der Bevölkerung instrumentalisiert. In Berlin sind derzeit steigenden Mieten ein großes Thema. Eigentlich finden die Erhöhungen aus vielerlei Gründen statt: In die Hauptstadt kommen jedes Jahr etwa 30.000 Neuberliner, was den Druck auf den Wohnungsmarkt und die Preise spürbar erhöht. Gleichzeitig avanciert die Stadt zur weltweiten Metropole. Im internationalen Vergleich zu London, Paris oder Schweden sind die Mieten und Kaufpreise nüchtern betrachtet dennoch niedrig. Subjektiv empfinden viele Berliner das Preisphänomen naturgemäß anders.

Die „gefühlte Situation“ der Bürger nimmt der rot-rot-grüne Senat zum Anlass, einen Mietendeckel in der Hauptstadt einzuführen. Fünf Jahre lang soll es bei Wohnungen keine Mieterhöhung mehr geben. Das Gesetz soll zwar erst im Januar 2020 in Kraft treten, dann aber rückwirkend zum 18. Juni 2019 gültig sein. Ob dieses Maßnahmenpaket im Rahmen geltender Bundesgesetze überhaupt rechtens ist, wird unter Juristen intensiv diskutiert. Da das ausformulierte Gesetz bis dato nicht vorliegt, lässt eine finale Prüfung noch auf sich warten.

Schon jetzt sorgen die Gesetzespläne bei Bürgern, Investoren für den privaten Mietwohnungsbau und bei Projektentwicklern für reichlich Unruhe. Wenn sich heimische und internationale Investoren abgeschreckt fühlen, bedeutet das in der Wirkung: Es wird noch weniger gebaut in Berlin als bisher. Die Wohnungsknappheit nimmt zu.

Ein Mieterhöhungsverbot gab es auch schon zu DDR-Zeiten

Eigentlich ist der Mietendeckel keine Erfindung des rot-rot-grünen Senats. Im Gegenteil: Bereits 1936 wurde schon einmal ein Mietpreisstopp von den Nationalsozialisten verhängt. Dies hing allerdings seinerzeit mit der Wirtschaftskrise zusammen, die es ja heute in Berlin gegenwärtig nicht gibt.

Die sozialistisch geführte DDR übernahm dann das Mietendeckelmodell in etwas abgewandelter Form. Es wurde bis zur Wende angewandt. Das Ergebnis ist bekannt: ein enormer Instandhaltungs- und Modernisierungsstau in fast allen größeren Siedlungen ostdeutscher Städte, inklusive Ost-Berlin.

Worüber private Eigentümer jetzt nachdenken sollten

Wenn nun gegenwärtig einem Vermieter in Berlin auf mindestens fünf Jahre gesehen keinerlei Mittel für Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen zur Verfügung stehen sollten – ­auch nicht durch moderate Mieterhöhungen – könnte es schnell dazu führen, dass er am Ende auf sein eigenes Mehrparteienhaus draufzahlen muss.

Es sieht derzeit sehr danach aus, dass der Mietendeckel kommen wird. Als privater Vermieter sollten Sie sich daher über einen möglichen Verkauf einer Immobilie ernsthaft Gedanken machen, um Verluste zu vermeiden. Lassen Sie daher Ihre Immobilie von einem professionellen Projektentwickler bewerten. Er kann Ihnen sagen, was Ihre Immobilie derzeit am Markt wert ist.