Carport

By 14. Februar 2019 Mai 15th, 2019 Immobilienglossar
Carport

C – wie Carport

Wann den Carport eine Genehmigung benötigt wird

Bei einem Carport handelt es sich um einen allseitig offenen, oder maximal zum Teil geschlossenen und überdachten Unterstellplatz für einen PKW oder Kleinlaster. Bei Hausbesitzern ist dieses „Dach fürs Auto“ sehr beliebt. Doch in welchem Fall ist eine Baugenehmigung notwendig und in welchem nicht? Wie sieht die Regelung im jeweiligen Bundesland aus?

In den meisten Fällen bedarf der Carport einer Baugenehmigung

Die landläufige Meinung ist nicht immer unbedingt die richtige. Viele Eigentümer sind der Meinung, dass sie einen Anbau ohne Genehmigung und überall auf ihrem Grundstück errichten dürfen. Doch das stimmt nicht. Fast überall müssen sie mittlerweile einen Mindestabstand zum Nachbargrundstück halten. In der Regel sind es fünf Meter – oder man einigt sich direkt auf einen individuellen Abstand mit dem Nachbarn.

Eine Ausnahme kann bestehen, wenn geltendes Baurecht für einen alten Carport besteht, der direkt an das Nachbargrundstück grenzt. Die alte Konstruktion darf dann nicht komplett abgerissen werden. Eher empfiehlt es sich, den Carport zu modernisieren. In jedem Fall sind für Fundamente und Konstruktion statische Nachweise erforderlich, es sei denn, es handelt sich um eine Fertigbaukonstruktion. Alle weiteren Vorschriften für die Errichtung eines Carports regelt die jeweilige Landesbauordnung.

In welchen Bundesländern gilt was?

Folgende regionale Regelungen beziehen sich auf Grenzen innerhalb eines Bebauungsplans: In Berlin dürfen ein Carport oder eine Garage nicht höher als drei Meter sein (Wandhöhe), die Grundfläche darf 30 Quadratmeter nicht überschreiten. Gleiches gilt in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Im Saarland ist eine Bruttogrundfläche von 36 Quadratmetern erlaubt, in Thüringen eine von 40 Quadratmetern. Liegen die Maße darüber, muss ein Bauantrag gestellt werden.

In Niedersachsen bedürfen mehrere Garagen nebeneinander einer Genehmigung. Der einzelne Stellplatz selbst darf nur maximal 30 Quadratmeter groß sein. Größer und höher – und ohne Baugenehmigung gültig – darf in Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinlandpfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt gebaut werden. Dort bedürfen Carports und Garagen mit einer Höhe zwischen 3,0 Metern und 3,20 Metern sowie maximal 50 Quadratmetern Grundfläche keiner Genehmigung. In Brandenburg dürfen Carports bzw. oberirdische Garagen nur aus „einem Geschoss“ bestehen und maximal 150 Quadratmeter Grundfläche einnehmen.

Lediglich Schleswig-Holstein verzichtet auf eine Flächenbegrenzung. Die maximal zulässige Wandhöhe – ohne Baugenehmigung – beträgt 2,75 Meter. Fazit: Wer einen Carport auf seinem Grundstück errichten will, sollte auf den Mindestabstand zum Nachbarn sowie die maximal erlaubte Grundfläche und Höhe achten. Hält der Eigentümer oder Mieter diese Grenzen nicht ein, und hat er keine Baugenehmigung dafür, droht ihm, dass er die Konstruktion wieder abreißen muss.