G – wie Gewerbepark

Wie ein Gewerbepark wirtschaftlich erfolgreich wird

Wohngebiet auf der einen Straßenseite, Industriegebiet auf der anderen und einen Block weiter ein Bürogebäude. So wurden jahrzehntelang Städte geplant. Doch zukunftsfähige Konzepte sollten auf Wandelbarkeit setzen und neue Nutzungsformen einschließen.

Zeitgemäße Alternativen zum klassischen Gewerbegebiet

Die einfachste Definition eines Gewerbeparks klingt eher nüchtern. Per Definition ist die Rede von einem Gebiet, das nach einem einheitlichen Konzept erschlossen wurde sowie Gewerbe- und Lagerflächen umfasst. Doch damit ist noch nicht viel gesagt, denn die Praxis hat das Wörterbuchwissen überholt. Denn auch wenn mit ‚Gewerbe‘ traditionell vor allem produzierende Betriebe gemeint sind, vereint der Begriff zahlreiche Möglichkeiten: vom Gründerpark in Innenstadtnähe, in dem subventionierte Flächen an Start-ups vergeben werden, bis zum Gewerbepark am Stadtrand.

Zukunftsorientierte Unternehmen favorisieren heutzutage Lösungen, die ihren Mitarbeitern eine angenehme Umgebung rund um ihren Arbeitsplatz bieten. So sind auf einer Neubaufläche, wie sie die DKW Gruppe in Poing erworben hat, nicht nur Bürogebäude für etwa 600 Mitarbeiter geplant. Auf dem Gelände soll auch ein Beherbergungsbetrieb wie etwa ein Boardinghouse entstehen, damit Pendler wie auch Besucher sich dort ansiedelnder Unternehmen eine Übernachtungsmöglichkeit haben. Innerhalb des Beherbergungs- oder Bürogebäudes sind auch Einzelhandelsflächen wie ein kleiner Supermarkt denkbar.

Digitalisierung verlangt bauliche Flexibilisierung

Die bei Gewerbeparks zu beobachtende Entwicklung hin zu einem Miteinander unterschiedlicher Angebote wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Mit der Digitalisierung flexibilisieren sich die Kommunikation, die Arbeitswelt, das Einkaufen und der Alltag im Allgemeinen. Dadurch wandeln sich die Bedürfnisse der Menschen und folglich auch die Anforderungen an die Architektur. Wie selbstverständlich werden Arbeitnehmer und Kunden in Zukunft erwarten, dass Online- und Offlinewelt näher zusammenrücken und ineinandergreifen. Zeitgemäße Gewerbeparks sollten deshalb gute Erreichbarkeit, ein durchmischtes Angebot und bauliche Flexibilität verbinden – damit auch in einigen Jahren noch Konzepte realisiert werden können, an die heute vielleicht noch niemand denkt.

Hohe Aufenthaltsqualität sorgt für zufriedene Nutzer

Wenn Gewerbeparks beispielsweise auch in kleineren Orten wirtschaftlich erfolgreich sein wollen – was angesichts der demografischen Wanderungsbewegungen im ländlichen Raum dringend geboten ist – sollten sie am besten innerhalb eines Ortes liegen und nicht an einer Autobahnausfahrt. Gleiches gilt für das gastronomische Angebot, das nicht nur für Büronutzer ein wichtiger Standortfaktor ist. Ein Kundengespräch oder ein Meeting in einer großzügigen Lounge oder im Restaurant des Gewerbeparks statt im Besprechungsraum führen zu können, darf deshalb ebenso als Kriterium gelten. Denn steigt die Standortzufriedenheit der Mieter, dann geht das häufig mit wirtschaftlichem Erfolg aller Beteiligten einher. Es gilt daher, schon bei der Planung von Gewerbeparks auf eine gute Durchmischung der Büro- und Gewerbeflächen mit Flächen für Restaurants, einzelne Geschäfte und Erholung zu achten.

Titelbild: © AdobeStock evening_tao