E – wie Energieausweis

Was Sie zum Energieausweis wissen sollten

Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen, vermieten oder verpachten wollen, müssen Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung einen gültigen Energieausweis vorlegen. Auch, wenn die Immobilie in Inseraten zum Verkauf angeboten wird, sind Eckdaten anzugeben. Wer das versäumt, riskiert ein Bußgeld.

Ziel: CO2 einsparen – Sachverständiger gefragt

Schon seit 2009 ist der Energieausweis bei dem Verkauf oder der Neuvermietung einer Immobilie Vorschrift, seit 2016 gilt die Regelung für alle Gebäude. Diese Bestimmung ist Teil der Energieeinsparverordnung (EnEV) des Bundes, die auf EU-Recht fußt. Damit soll sichergestellt werden, dass sich Nutzer eines Hauses schon vorab über den Energiebedarf des Gebäudes informieren können. Der energetische Zustand eines Hauses muss dazu von einem Sachverständigen bewertet werden – für das Ergebnis sind etwa die Beschaffenheit der Fenster, die Dicke der Wände oder der Dämmungsstandard entscheidend. Ausgehend davon berechnet der Gutachter mitunter, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um eine konstante Raumtemperatur von 20 Grad Celsius zu erreichen. Neben diesem Wert enthält ein Energieausweis auch Empfehlungen für energetische Sanierungen, damit langfristig der CO2-Verbrauch sinkt. Da dafür aufwendige Untersuchungen am Gebäude notwendig sind, kostet die Erstellung eines Energieausweises etwa 500 Euro.

Baujahr, Größe und Nutzungsarten sind entscheidend

Seit 2016 gibt es keine Ausnahmen von dieser Verpflichtung mehr, auch nicht für ältere Gebäude. Allerdings ist die kleine Variante des Energieausweises – der sogenannte „Verbrauchsausweis“ – ausreichend, wenn die Immobilie vor 1977 gebaut wurde oder mehr als fünf Wohneinheiten umfasst. Dieser dokumentiert den tatsächlichen Energieverbrauch der zurückliegenden drei Jahre – bei zuvor leerstehenden Immobilien hat er deshalb nur begrenzte Aussagekraft. Da ihn auch ein qualifizierter Mitarbeiter eines Energieanbieters erstellen kann, ist er jedoch für kleinere Wohneinheiten mit maximal 150 Euro deutlich günstiger als ein Energieausweis.

Eine weitere Ausnahme bilden gemischt genutzte Immobilien. Für Gewerbe- und Wohneinheiten sind jeweils separate Dokumente vorzulegen, da einerseits der Verbrauch und andererseits die gesetzlichen Bestimmungen variieren.

Bei Verstößen droht ein hohes Bußgeld

Der Energie- oder Verbrauchsausweis bietet kurz und knapp essenzielle Informationen über ein Gebäude. So lässt sich daraus beispielsweise ableiten, welcher Sanierungsbedarf besteht. Angesichts der in den letzten Jahren gestiegenen Heizkosten – mancher Politiker sprach bei den Nebenkosten schon von der „zweiten Miete“ – ist er aber auch für Mietinteressenten eine gute Entscheidungshilfe. Sie können auf dieser Grundlage schnell erkennen, welche Kosten zu erwarten sind.

Wichtig zu wissen ist auch: Wer der Pflicht zur Vorlage nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld, das formell bis zu 15.000 Euro betragen kann. Theoretisch kann dies sogar Verkäufern oder Vermietern blühen, die falsche oder unvollständige Angaben in Immobilienanzeigen machen. Wegen der relativ hohen Kosten erscheinen günstige Angebote im Internet auf den ersten Blick attraktiv – doch dabei ist Vorsicht geboten. Wenn sich ein Fehler bei den Daten einschleicht, haftet der Eigentümer unter Umständen alleine für entstehende Irrtümer. Es ist also in jedem Falle ratsam, vor allem mit einem Energieausweis einen erfahrenen Experten zu beauftragen.

Titelbild: © Armin, Adobe Stock