C – wie Chemnitz

Chemnitz – vom Geheimtipp zum Investment-Standort

Im Jahr 1990 wurde aus Karl-Marx-Stadt wieder Chemnitz. Die etwa 250.000 Einwohner große Stadt wurde von der Immobilienbranche erst nach Dresden und Leipzig entdeckt, die beide als „Perlen des Ostens“ gelten. Dabei bietet Chemnitz gute Chancen für Investoren.

Stadt im Aufschwung

Sachsens drittgrößte Stadt ist besser als ihr Ruf. Egal, auf welche Zahlen man schaut, es ist eine deutlich positive Entwicklung zu erkennen. Nachdem Chemnitz zwischen 1990 und 2011 mehr als ein Sechstel der ehemals etwa 315.000 Einwohner verloren hatte, stabilisieren sich die Bevölkerungszahlen seitdem knapp unterhalb der Viertelmillion. Folgt man den städtischen Prognosen, dürfte sich dieser Trend bis 2030 verstärken und die Stadt sogar wachsen – auf bis zu 262.000 Einwohner.

Der Grund dafür dürfte auch in der wirtschaftlichen Entwicklung liegen: Die Pro-Kopf-Kaufkraft liegt über dem Durchschnitt der ostdeutschen Bundesländer und damit nur knapp unterhalb der von Berlin. Betrug die Arbeitslosenquote 2005 noch 17,6 Prozent , ist sie heute nur noch einstellig. Zugpferde der regionalen Wirtschaft sind dabei Elektronik und Maschinenbau – so unterhalten etwa Weltkonzerne wie Siemens und VW Werke in Chemnitz sowie die Technische Universität. Die Hochschule, die in den Ingenieurswissenschaften einen hervorragenden Ruf genießt, hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine deutlich dreistellige Zahl an Ausgründungen junger Unternehmen erreicht.

Viel Potenzial auf allen Ebenen

Doch nach wie vor prägen alte Bilder das öffentliche Urteil über die Stadt: Sinnbildhaft steht das „Wohngebiet Fritz Heckert“, die drittgrößte Plattenbausiedlung der ehemaligen DDR, noch immer für ein betongraues Image. Weniger bekannt ist, dass selbst dieses Überbleibsel des sozialistischen Wohnungsbaus sich maßgeblich verändert hat. Viele der in den 1990ern leergezogenen Blöcke sind zurückgebaut worden, ein Großteil des Bestandes wurde saniert und aufgewertet. Zudem hat Chemnitz auch architektonisch mehr zu bieten als viele denken: So ist der Stadtteil Kaßberg eines der größten Gründerzeit- und Jugendstilviertel Deutschlands.

Damit zählt Chemnitz aktuellen Studien zufolge zu einem der attraktivsten Standorte für Investments in Wohnimmobilien. So kam das Immobilienmarktforschungsinstitut bulwiengesa in seiner „5-Prozent-Studie“ zu dem Ergebnis, dass sich für sogenannte Core-Investitionen – also Investitionen in Immobilien mit sehr guter Lage und Ausstattung sowie einer solventen Mieterschaft – Renditen zwischen 4,6 und 7,3 Prozent ergeben.

Mit diesen Werten übertrumpft Chemnitz sämtliche A-, B- und C-Standorte des Rankings, zu denen fast alle 40 größten deutschen Städten gehören. Zwar sind die Mieten in der drittgrößten sächsischen Stadt im Vergleich noch immer sehr günstig, doch im Verhältnis sind die Kaufpreise noch niedriger. Interessierte Investoren sollten allerdings nicht zu lange warten, denn auch der Markt hat mittlerweile die tendenzielle Unterbewertung von Immobilien in der Region bemerkt – so stiegen die Kaufpreise in Chemnitz etwa im Jahr 2016 um über rund sechs Prozent.

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