B – wie Baukindergeld: Wie es funktioniert und ab wann es startet

Nur mit Antrag fließt das Baukindergeld

Viele Monate wurde in der Bundesregierung darüber kontrovers diskutiert, in welcher Form und wie lange das Baukindergeld gezahlt wird. Schließlich einigte man sich darauf, Anträge auf die Familienförderung auf insgesamt drei Jahre zu begrenzen. Doch das ist nicht der einzige Haken.

Der Bund will mit dem Baukindergeld mehr Familien in Wohneigentum bringen. Das ist – nach jahrelanger einseitiger Förderung des Mietwohnungsbaus – ein gutes Signal. Dem Staat scheint es wieder wichtig zu sein, dass seine Bürger selbst in der Lage sind, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Umso bemerkenswerter kommt einem die Entscheidung vor, die Antragstellung des Baukindergelds auf Ende 2020 zu begrenzen, was mit einem „Ausufern der Haushaltskosten“ begründet wird. Der Bauzuschuss für Familien mit Kindern wirkt damit eher wie ein Abenteuer auf Zeit.

Ursprünglich sollte die Bauförderung auch jungen Paaren helfen, die für die Immobilienfinanzierung nicht ausreichend Eigenkapital zur Verfügung haben. Da das Baukindergeld aber nur jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgezahlt wird, erweist es sich für die Bildung von Eigenkapital als nicht hilfreich. Unklar bleibt zudem eine zwar im Koalitionsvertrag angedachte, bisher aber nicht ausgeführte Bürgschaft der staatlichen KfW-Bank bei Baukrediten.

Was Antragsteller wissen sollten

Ab August 2018 können Familien, die eine Immobilie erstmalig finanzieren, nun immerhin das Baukindergeld beantragen. Der Antrag gilt dann rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Es gelten dabei Einkommensgrenzen: Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf zunächst 75.000 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Hinzu kommt eine Freigrenze von 15.000 Euro pro Kind, sodass das Haushaltseinkommen maximal 90.000 Euro pro Jahr betragen darf.

Jährlich bekommt dann ein Paar pro Kind 1.200 Euro über zehn Jahre ausgezahlt. Das jeweilige Kind darf noch nicht volljährig sein und muss zudem bei den Eltern wohnen.

Voraussichtlich dürfte die Antragstellung über die staatliche KfW-Bank laufen. Mehr Informationen finden Nutzer unter https://www.kfw.de/ (Stichwort: „Baukindergeld“).

Weshalb sich die Bundesregierung bei der Förderung so schwer tut

Etwas grotesk wirkt die Befristung des Baukindergeldes bis Ende des Jahres 2020 (Antragstellung) dennoch. Anscheinend hatten sich die Politiker zunächst über die Gesamtkosten nicht ausreichend Gedanken gemacht. Mit jedem Antragsjahr mehr muss die Bundesregierung auch mehr Geld ausgeben, weil neue Bezieher hinzukommen. Die ursprünglich eingeplanten zwei Milliarden Euro bleiben damit knapp bemessen. Denn natürlich muss die Regierung auch jenen noch zehn Jahre lang Baukindergeld zahlen, die erst Ende 2020 einen Antrag stellen.

Es gibt auch kritische Stimmen bei dem Förderprogramm: Mitunter geht man auch davon aus, dass es Mitnahmeeffekte geben könnte. Gerade obere Einkommensgruppen, die noch knapp unter den Einkommensgrenzen liegen, würden laut Experten auch ohne staatliche Förderung eine Immobilie kaufen oder bauen. Die Diskussion um den Sinn des Baukindergeldes dürfte also noch etwas länger andauern.

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