Das Institut der Deutschen Wirtschaft gibt einen optimistischen Marktausblick für 2018. Doch die Entwicklungschancen beim Wohnungsbau in den Metropolen stoßen an ihre Grenzen. Was geschehen muss, damit sich das ändert.

Mehr Bautätigkeit, aber Probleme bei der Projektentwicklung. So lautet das Fazit einer Kurzanalyse des Deutschen Instituts der Wirtschaft (IW Köln) unter deutschen Immobilienunternehmen. Um herauszulesen, wie sich der Wohnungs- und Gewerbeflächenmarkt entwickeln wird, bedarf es einer näheren Betrachtung der Einzelaussagen.

Obwohl Neubaustatistiken eindeutig belegen, dass in unseren Städten weiterhin zu wenig Gebäude errichtet werden, wirkt sich das anscheinend noch nicht eintrübend auf die Branchenstimmung aus. Die befragten 600 Unternehmen geben in dem Kurzbericht differenziert Auskunft auf die Einzelmärkte in Form eines Index.

Aussagen der Unternehmen zur Entwicklung der Baubranche im Einzelhandel und in puncto Büro- und Wohnflächen

Im Büroflächenmarkt liegt die Stimmung bei hohen 87 Punkten (Idealwert 100). Die Markterwartung ist mit elf Punkten etwas pessimistischer als noch am Jahresanfang 2017 (16 Punkte).

Bei den Handelsflächen liegt der Zufriedenheitswert der Unternehmen bei 88 Punkten, die Erwartungen gehen um zehn Punkte zurück und treffen auf die Null-Linie – sie sind also gedämpft.

Etwas überrascht dagegen die relativ positive Stimmung beim Wohnungsbau: Mit 83 Punkten ist die Zufriedenheit nur leicht geringer als bei den Büroflächen und beim Handel. Bei der Frage nach dem Ausblick steigt sie um vier Punkte auf 13 Punkte. Das spiegelt die Wohnungsnot gerade in den Metropolen noch nicht wider. Eher passt es auf die positivere Lage im Wohnungsbau in B-Städten wie etwa Leipzig, Dresden und Hannover.

Bezogen auf unsere A-Städte – insbesondere Berlin – gibt es Faktoren, die die Dynamik von Projektentwicklungen eher bremst:

  • In der Hauptstadt existieren zu wenig frei gegebene Flächen. Es muss dringend mehr Bauland ausgewiesen werden – und das möglichst schnell
  • In Berlin herrscht besonders in zentralen Lagen ein politisch verhängtes Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen. Das hemmt Modernisierungen

Ein weiterer bremsender Faktor beim Wohnungsbau steht im Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD. Es geht um die Senkung der Mieterumlage: Bisher müssen sich Menschen, auch wenn sie in einem Haus zur Miete wohnen, an den Modernisierungskosten mit bis zu elf Prozent beteiligen („Umlageverfahren“). Die SPD verlangt, dass der Mieteranteil reduziert wird. Für Wohn- und Hauseigentümer würden somit sehr wahrscheinlich Sanierungsmaßnahmen kostspieliger – mancher dürfte dann gar ganz auf sie verzichten.

Zu wenig Bauland, Umwandlungsverbote und höhere Kosten für Sanierungen: Mag die Stimmung in einzelnen Unternehmen der Immobilienbranche noch so gut sein. Die Politik schlägt derzeit den falschen Weg ein. Insbesondere für unsere Metropolen muss sie bessere Rahmenbedingungen schaffen. Erst dann dürfte die Stimmung marktaktiver Unternehmen in diesem Jahr auch positiv bleiben.

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