Im vergangenen Jahr erreichten Transaktionen für Gewerbe- und Wohnimmobilien neue Höchstwerte. Insgesamt rechnet die Branche für 2018 mit einer leichten Preisabschwächung. Berlin, Leipzig und Dresden könnten wieder eine Ausnahme bilden.

 

Deutschlands Immobilien werden für nationale und internationale Investoren immer attraktiver. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 73 Milliarden Euro wurde im Immobilien-Investmentmarkt 2017 ein neuer Rekordwert erzielt. Gefragt sind neben Gewerbeimmobilien vor allem Wohnimmobilien. Die Zahl stammt aus dem aktuellen Trendbarometer von EY Real Estate. Allerdings schwäche sich das Preiswachstum allmählich ab.

Besonders verteuert – und zwar oft um zweistellige Wachstumsraten – haben sich Eigentumswohnungen in den deutschen Top-7-Städten zwischen 2014 und 2016. Das ist bekannt. Die Marktforscher von JLL (früher: Jones Lang LaSalle) errechnen in einer Langzeitanalyse von 2004 bis heute aber geringere Steigerungsraten, wenn man sie ausschließlich gemittelt betrachtet: Dann käme etwa Leipzig nur auf ein jährliches Durchschnittswachstum von 1,0 Prozent, für Berlin wären es 6,4 Prozent.

Neben den Kaufpreisen interessieren sich Kapitalanleger vor allem für die Mietentwicklung

Wer als Privatanleger eine Wohnung als Kapitalanlage kauft, den interessiert natürlich besonders die Mietentwicklung. Laut einer Marktstudie von JLL (früher: Jones Lang LaSalle) betrug das gemittelte Plus bei den Mietpreisen in den Top-7-Standorten im zweiten Halbjahr 2017 knapp zwei Prozent. Ausreißer nach oben war hier vor allem Berlin mit einem jährlichen Plus von 9,1 Prozent.

Für die Bundeshauptstadt kommen die Experten auf eine aktuelle Miete von 11,10 Euro pro Quadratmeter im Monat. Das bedeutet fast eine Verdoppelung zum Vergleichsstand von vor 14 Jahren. In Leipzig beträgt die aktuelle Miete 6,85 Euro pro Quadratmeter im Monat, eine Steigerung von 40 Prozent.

Im Hinblick auf das Preiswachstum in einzelnen B-Städten kommen die Analysten zu einer klaren Aussage: In den Metropolen sei 2018 weiterhin von einer eher moderateren Mietpreisentwicklung auszugehen, die mittelfristig oberhalb der Inflationsrate liegen dürfte. Leipzig hingegen würde noch „relativ am Anfang seines Mietpreiszyklus stehen“. Besonders dort, aber auch in anderen ostdeutschen Städten wie Dresden, Magdeburg und Potsdam werden die Mietpreise kontinuierlich steigen.

Fazit: Sowohl in der Bundeshauptstadt als auch im sächsischen Leipzig werden nach wie vor hohe Zuzugszahlen erwartet. Die stete Nachfrage von Investoren wird die Preise steigen lassen. Wem es als privater Kapitalgeber gelingen sollte, eine im mittleren Preissegment liegende Wohnung in diesen beiden Städten zu kaufen, handelt weiterhin richtig.

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