In Berlins Umland ist die Bevölkerung binnen vier Jahren um 5,6 Prozent gewachsen. Das ist eine deutliche Beschleunigung gegenüber der Phase vor 2012. Insgesamt 27.000 neue Wohnungen entstanden dort in den vergangenen Jahren. In Berlin hinken hingegen die Neubauzahlen hinterher

 

Außerhalb der Hauptstadt bilden sich neue Schwerpunkt-Standorte im Wohnungsneubau. Unter anderem handelt es sich dabei um Falkensee, Königs Wusterhausen und Teltow. Weitere 15.000 Wohnungen sind in Planung, so eine Studie der Investitionsbank Berlin. Aktuelle Genehmigungen des Landesamtes für Statistik belegen diesen Trend. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl neu entstandener Mehrfamilienhäuser um 42 Prozent. Die meisten Wohnungen außerhalb Berlins entstanden in Potsdam. Die Stadt bewältige den Zuzug besser als Berlin, lautet das Zwischenfazit eines Wohnungsverbandes. Das ist milde formuliert. Im Grunde genommen ist es aber eine schallende Ohrfeige für den Berliner Senat.

Denn während Potsdam Wohnungssuchende unterstützt, indem sie Nachverdichtungen zulässt und Neubauten auf der grünen Wiese plant, kommt der Wohnungsbau in Berlin quasi zum Erliegen. 2017 sank die Zahl der Berliner Baugenehmigungen insgesamt um 1,2 Prozent.

Fehlendes Bauland und „schwieriges Neubauklima“

Laut einer Umfrage unter 350 Immobilienunternehmen sind die Haupthindernisse beim Neubau in Berlin mehrschichtig: 63 Prozent geben an, es fehle an ausreichendem Bauland. 60 Prozent sehen ein „schwieriges Neubauklima“ innerhalb der Bevölkerung. Allerdings ergreift der Senat kaum Maßnahmen, um ein freundlicheres Klima zu schaffen. Stattdessen handelt er zögerlich oder solidarisiert sich mit den Kritikern.

Mit 46 Prozent meint zudem fast jeder zweite Befragte, dass die politischen Unwägbarkeiten in Berlin äußerst hoch seien. Private Projektentwickler machen vor allem beim Versuch, Bauanträge zur Nachverdichtung zu stellen, die Erfahrung, dass diese entweder sehr lange liegen oder schlichtweg abgelehnt werden. Auch für das laufende Jahr bleiben bisher Signale aus, dass sich trotz des anhaltenden Wohnungsmangels in Berlin regional etwas ändern könnte.

Da bleibt quasi als letzter politischer Ausweg, auf den Bund zu setzen. Immerhin hat die neue Regierung angekündigt, in der laufenden Legislatur 1,5 Millionen Wohnungen bauen zu wollen. Die jüngsten Zahlen bei den Baugenehmigungen zeigen gegenüber dem Vorjahr bundesweit einen Aufwärtstrend von 1,8 Prozent – ein Hoffnungsschimmer, auch für die Hauptstadt.

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